Personalie
Neuer Küchenchef im Kesselhaus in Osnabrück
OSNABRÜCK. Im Stadtteil Fledder, mitten im Osnabrücker Industriegebiet, hat sich das Restaurant Kesselhaus seit seiner Eröffnung 2019 als feste Größe in der deutschen Gastronomielandschaft etabliert. Das Restaurant von Eigentümerin und Gastgeberin Thayarni Garthoff (gebürtige Kanagaratnam) wird seit 2020 durchgehend mit einem Michelin Stern ausgezeichnet. Nun beginnt ein neues Kapitel: Constantin Krauß übernimmt ab dem 1. August 2026 die kulinarische Verantwortung im Kesselhaus und löst damit Randy de Jong ab, der sich neuen Aufgaben widmet. Krauß war zuletzt als Souschef in dem mit drei Michelin Sternen ausgezeichneten Restaurant The Table Kevin Fehling in Hamburg tätig.
Den Grundstein für seine Karriere legte der 27-jährige Kieler mit seiner Ausbildung im Steigenberger Conti Hansa in Kiel – und mit dem früh gefassten Ziel, zu den Besten seines Fachs zu gehören. Genau dafür wechselte er im Anschluss nach Stuttgart, wo er als Demi Chef und Commis de Cuisine im Gourmetrestaurant Olivo im Steigenberger Graf Zeppelin unter Küchenchef Anton Geschwendtner arbeitete. In dieser Zeit war er maßgeblich daran beteiligt, dass das Olivo mit einem zweiten Michelin Stern ausgezeichnet wurde. Danach absolvierte er an der Hotelfachschule Heidelberg – einer der renommiertesten ihrer Art in Deutschland – seinen Abschluss als Küchenmeister und staatlich geprüfter Gastronom. Als Chef de Partie wechselte er anschließend ins Bareiss in Baiersbronn, ein klassisch geprägtes Drei-Sterne-Restaurant, in dem er nicht nur unter der Führung von Claus-Peter Lumpp handwerklich erheblich weiterkam, sondern auch seine Liebe zur klassisch französischen Küche entdeckte und vertiefte. Um sich persönlich weiterzuentwickeln, entschied sich Krauß dann für einen Wechsel als Souschef ins Restaurant The Table Kevin Fehling in Hamburg. Dort schärfte er seinen Sinn für Perfektion und Proportionen – und lernte von Fehling, Erinnerungen, Heimat und Umgebung als Ausgangspunkt für neue Gerichte zu nutzen.
„Mit Constantin Krauß beginnt für das Kesselhaus ein neues Kapitel, auf das ich mich sehr freue. Er bringt nicht nur ein präzises Handwerk aus einigen der besten Küchen Deutschlands mit, sondern auch jede Menge Motivation und eine frische Perspektive – und genau das ist es, was das Kesselhaus für die nächsten Jahre braucht. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam den nächsten Schritt gehen werden", so Thayarni Garthoff. Der Umzug nach Osnabrück markiert für Krauß einen spannenden Neuanfang: Erstmals übernimmt er die volle kulinarische Verantwortung – angetrieben von dem Anspruch, den Stern nicht nur zu verteidigen, sondern ihn durch eine ganz eigene Stilistik neu zu prägen. Seine Bühne dafür ist ab August die gläserne Küche des Kesselhauses, die Gästen einen direkten Blick hinter die Kulissen ermöglicht.
Krauß interpretiert die klassisch französische Küche neu und bringt dabei heimatbezogene, norddeutsche Elemente ein. Das zeigt sich bereits in den ersten Ideen für sein Menü: Die „frische Briese“, ein Amuse Bouche aus knusprigem Algenkrokant, leicht scharfem Markrelentatar und jodigem Algensalat, steht beispielsweise für seine Kieler Herkunft an der Förde. Das Hühnerfrikassee seiner Mutter, sein Lieblingsgericht aus der Kindheit, denkt er neu: als Variation mit confiertem Perlhuhn und Sauce Albufeira aus ungestopfter Gänseleber. Ganz wichtig ist ihm auch der Austausch mit regionalen Produzenten aus der Gegend, die ersten Gespräche laufen bereits. An vier Abenden in der Woche serviert er gemeinsam mit seinem Team ein siebengängiges Menü, das sich an saisonalen Produkten orientiert. Auf Wunsch ist es auf fünf Gänge verkürzt erhältlich, wahlweise pescetarisch oder vegetarisch. Samstags wird zusätzlich ein Lunchmenü in verkürzter Form angeboten.
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