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Corona-Auflagen

Weitere "Leere Stühle"-Proteste am 1. Mai

Corona

Erstmals bundesweite Aktion geplant

Aktion von "Leere Stühle"

DRESDEN.Die Initiative "Leere Stühle" plant erstmals am 1. Mai um 11 Uhr eine bundesweite Aktion, um ihren Forderungen nach einer Erhöhung des Kurostarbeitergeldes und einer schnellen Öffnung der Gastronomie Nachdruck zu verleihen. Zur Erhöhung des durch die Groko beschlossenen Kurzarbeitergeldes befragt, äußert sich Sprecherin und Mitinitiatorin Kathleen Parma wie folgt: „Ein KuG nach dem 4. Monat wird die Situation unserer Mitarbeiter nicht verbessern. Martin Dulig, Sächsischer Wirtschaftsminister hat gestern vor dem Sächsischen Landtag unsere Forderung aufgenommen, dass die beschlossene Erhöhung nicht erst in vier oder sieben Monaten gebraucht wird, sondern jetzt. Wir sind froh, dass sich immer mehr private Initiativen der Aktion anschließen, die am 17. April in Dresden begann und die Existenzangst der Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter so eindrucksvoll ins Szene setzte, dass selbst im Ausland darüber berichtet wurde.

In Städten und Gemeinden wie Dresden, München, Leipzig, Potsdam, Hannover oder Hiddensee fordern am 1. Mai die Mitarbeiter der Branche eine Aufbesserung des KuG auf 90% sowie die sofortige Öffnung der Hotels und Restaurants unter menschenwürdigen Bedingungen. Auch in Berlin findet wieder eine Veranstaltung statt, diesmal organisiert im Stadion des 1. FC Union Berlin, Alte Försterei. Die Zusammenarbeit sei hervorragend so Organisator Rene Kaplick, da leere Stadien auch leere Stühle und kein Umsatz über Gastronomie bedeuten.

Über die Webseite www.leere-stuehle.de erhalten Initiatoren in Städten und Gemeinden seit dem 17. April seitens der Dresdner jegliche Unterstützung, um bundesweit gemeinschaftlich aufzutreten. So sei auch der ehemalige Skispringer Jens Weißflog aufmerksam geworden, der als Inhaber eines Hotels und Restaurants im touristischen Hotspot Oberwiesenthal ebenso betroffen ist, wie viele andere seiner Branche auch. Zum 1. Mai organisiert Weißflog gemeinsam mit Kollegen und deren Mitarbeitern im beschaulichen Skiort „Leere Stühle“, um bundesweit gemeinsam mit allen Gastronomen ein einheitliches Zeichen zu setzen. Besonders bewegt Weißflog, der sein Hotel seit 1996 mit aktuell 22 Mitarbeitern führt, die Ungerechtigkeit, die das Kurzarbeitergeld mit sich bringt. Seine Mitarbeiter erhalten gerade einmal 35-40 % des Lohnes, den sie vor Corona durch Schichtzuschläge und Trinkgeld hatten. Er appelliert an die Politik, dass eine schnelle Öffnung unter Bedingungen erfolgen muss, die auch umsetzbar sind. Oberste Priorität hat dabei die Menschenwürde von Mitarbeitern und Gästen.

Der sich in Gründung befindliche Verein ging aus der Aktion „Leere Stühle“ hervor, die mit einer einzigartigen Guerilla-Marketingaktion am 17. April auf dem Dresdner Neumarkt stattfand. Mit „Leeren Stühlen“ gelang es bundesweit auf die Existenzangst der Sächsischen Gastronomen hinzuweisen. Über 550 Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter beteiligten sich daran und setzten so ein Zeichen, dass die Zeit gekommen ist, von Bund und Regierung besondere Unterstützungspakete zu fordern. Innerhalb einer Woche fanden in zahlreichen Städten Deutschlands weitere Aktionen statt. Mit eindrucksvollen Bildern und den Hashtags #leerestuehle und #leerestühle entstand eine Welle, die auf leise Art bewegt. Über die Webseite www.leere-stuehle.de wird allen Initiatoren ein Support geliefert, der neben der Untersetzung der Forderungen auch Hilfsmittel wie Logo, Plakate und Argumentationen bietet, um den einheitlichen Druck auf Bund und Land zu erhöhen. Die Initiative „Leere Stühle“ e.V. i.G. ist unabhängig jeglicher politischen Interessen und gehört keiner Institution oder Verein an.

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